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Turmfalken nisten im Kirchturm Christkönig von Musterstadt

Die Kreisgruppe Musterstadt verfolgt gemeinsam mit Jugendgruppen der Pfarre Christkönig das Familienleben von Turmfalken im Kirchturm: Aus drei Eiern werden flauschige Jungvögel – Artenschutz zum Mitfiebern, der Herzen erobern kann.

Es ist ein ungewöhnliches Zusammentreffen im Kirchturm: Seit 2024 [immer besser als “vor zwei / drei Jahren”, da zeitlos!] nisten wieder Turmfalken im jahrhundertealten Gemäuer. Der 42 Meter hohe Turm der Christkönig-Kirche in Musterstadt wird regelmäßig von der örtlichen BN-Kreisgruppe und interessierten Jugendgruppen der Pfarre besucht. Durch eine Art Verhörspiegel – ein Fenster, das nur von der Treppenseite aus zu durchschauen ist – können die Vögel ohne Störung beobachtet werden. Allerdings ist absolute Ruhe der Besucher*innen erforderlich!

Nach monatelanger Abstimmung mit Kirchengemeinde, Denkmalschutz und Naturschutzbehörden wurde im Frühjahr 2023 [besser als “vor zwei/drei Jahren” da zeitlos!] eine Nisthilfe im Kirchturm angebracht – seither brütet dort Jahr für Jahr ein Turmfalkenpaar. "Die Idee entstand während der Corona-Pandemie", erzählt Projektleiter Marcus Hentschel, während er den Aufstieg über die schmale Holztreppe zur Glockenstube antritt. "Die Menschen saßen zu Hause, sehnten sich nach Naturerlebnissen. Gleichzeitig wollten wir zeigen, dass Artenschutz direkt vor unserer Haustür stattfindet."

Auch die Anbringung selbst war eine Herausforderung. Das Plateau musste befestigt werden, ohne die historische Bausubstanz zu beschädigen, und so ausgerichtet sein, dass die Falken freien An- und Abflug haben, vor Wind und Regen geschützt sind und vom Turmbetrieb möglichst wenig mitbekommen. Wartung und Kontrolle erfolgen nur einmal im Jahr, außerhalb der Brutzeit.


Weitere Maßnahmen für Turmfalken in Musterstadt

Habitatmanagement:

  • Erhaltung und Schaffung von Wiesen und Grünflächen als Nahrungshabitate
  • Sicherung von störungsfreien Gebäudenischen, Felswänden und Steilhängen als Brutplätze

Dokumentation:

  • Tagebuch: wann werden Eier gelegt und beginnt die Brutzeit, wann schlüpfen die Jungen, welche Nahrung
  • Zählung verschiedener Tiere
  • Beringung in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) angedacht

Turmfalken-Beobachtung voller Erfolg

Bereits in der ersten Brutsaison zog das Paar vier Junge groß – ein Erfolg, der alle Erwartungen übertraf. Inzwischen gehören die Falken zum Ortsbild: Von der gegenüberliegenden Kreissparkasse beobachten Schulklassen mit Ferngläsern, Seniorenheime organisieren gemeinsame "Falken-Nachmittage" auf den Bänken vor dem Portal. Wer länger stehen bleibt, wird schnell Teil einer kleinen Gemeinschaft von Beobachtern, die sich gegenseitig auf dem Laufenden halten: "Heute Morgen war das Weibchen lange draußen!", "Das Männchen hat gerade eine Maus gebracht!"

Pfarrer Johannes Weinrich sieht das Projekt als moderne Form der Schöpfungsbewahrung: "Unser Kirchturm war schon immer Heimat für Turmfalken. Jetzt können wir diese Geschöpfe Gottes einem breiten Publikum nahebringen." Die Kirchengemeinde profitiert ebenfalls – die Besucherzahlen der Gottesdienste stiegen, seit Menschen wegen der Falken den Weg zur Kirche finden und dabei auch das Gebäude selbst kennenlernen.


Turmfalken als Friedenstauben

Ein unerwarteter Nebeneffekt: Die Falken wurden zum Friedensstifter in einem jahrelangen Nachbarschaftsstreit. Anwohner, die sich über Vogelkot beschwert hatten, gehören heute zu den größten Fans der Turmfalkenfamilie. "Wenn man die Vögel kennt, ihre Persönlichkeiten erlebt, ändert sich die Perspektive", beobachtet Hentschel. Der Blick nach oben baut Brücken zwischen Mensch und Natur – mitten in der Stadt, hoch über den Dächern von Musterstadt.


Wissenschaftliche Begleitung für Turmfalken in Christkönig

Auch wissenschaftlich ist die Brut wertvoll. Brutbeginn, Gelegegröße und Fütterungsfrequenz werden von ehrenamtlichen Beobachtern protokolliert. "Über zwei Jahre hinweg bekommt man ein erstaunlich genaues Bild davon, wie so ein Paar durch die Saison kommt", sagt Ornithologin Dr. Lisa Brenner, die die Aufzeichnungen für ihre Forschung auswertet. Besonders interessant: Die städtischen Turmfalken jagen vermehrt in der Dämmerung, vermutlich eine Anpassung an die beleuchtete Stadt.